Zahn um Zahn
Die Kosten zur Aufrechterhaltung der eigenen Gesundheit steigen von Jahr zu Jahr, gleichzeitig streichen die Krankenkassen immer mehr Behandlungen und lassen die
Versicherten auf den Kosten
sitzen. Eine der größten finanziellen Belastungen entsteht durch neue Zähne. Ein künstliches Gebiss, Kronen oder Brücken gehören definitiv zu den teuersten Behandlungen, die von den
gesetzlichen
Krankenkassen nicht übernommen werden. Kostspielige Zahnzusatz-Versicherungen können zwar abgeschlossen werden, aber selbst dadurch werden nicht alle Kosten gedeckt. Es gilt also, andere
Möglichkeiten zur Reduzierung der Kosten zu finden. Fündig wird man - wie immer - im Internet.
Die Auktionsplattform für Zähne
Wer dachte, der Kauf eines Fahrzeugs oder einer Wohnungseinrichtung im Internet sei eine großartige Idee, der wird von den Auktionsplattformen für Zahnersatz begeistert sein. Vor einigen
Jahren gingen die ersten Anbieter online, die Stiftung Warentest überprüfte die Angebote und war durchaus positiv gestimmt. Zwar ist nicht alles Gold, was glänzt, die guten Ergebnisse der
Stiftung
überwogen. Die ersten Portale dieser Art waren 2te-Zahnarztmeinung.de und zahnangebot.de, sie gehören noch heute zu den empfehlenswertesten Anbietern im World Wide Web.
Wie Ebay für Zahnersatz
Das Prinzip der Auktionsportale ist einfach und leicht verständlich. Ähnlich wie bei Ebay oder Myhammer stellt der Kunde ein Angebot bzw. einen Auftrag ins Netz und wartet dann auf das beste
Angebot eines Zahnarztes. Jeder Angebotserstellung geht eine Registrierung des Patienten zuvor. Danach kann der notwendige Heil- und Kostenplan sowie weitere Angebote online und allen
Zahnärzten
bereit gestellt werden. Die Pläne müssen wie bisher beim örtlichen Zahnarzt erstellt werden, samt ersten Kostenvoranschlag.
Neben dem Heil- und Kostenplan kann der Kunde weitere Einstellungen vornehmen. Er kann das Angebot für Ärzte aus einer bestimmten Entfernung zum Wohnort verfügbar stellen, auf besondere
Materialien
wie Keramik oder Gold bestehen oder Angaben wie Krankheiten oder Allergien machen. Je präziser und detaillierter das Angebot bei der Erstellung ist, umso konkreter sind auch die möglichen
Angebote
der Auftragnehmer.
Die Kosten für die Erstellung eines Auftrags sind unterschiedlich und richten sich nach dem finanziellen Umfang der Arbeiten. Während auf Zahnangebot.de keine Kosten entstehen, betragen diese
bei
2te-Zahnarztmeinung.de zwischen 2,50 und 7,50 . Ein winzig kleiner Betrag, beachtet man die großen Einsparpotenziale durch die Portale.
Krankenkassen stehen den Auktionsportalen grundsätzlich positiv gegenüber und erstatten in bestimmten Fällen die entstehenden Kosten. Die Bundesärztekammer hat zwar Bedenken, aber keine
rechtliche
Handhabe gegen die Zahnersatzauktionen.
Enormes Einsparpotenzial
In ihrem Test hat die Stiftung Warentest einigen Zahnärzten auf den Zahn gefühlt und die günstigen Angebote untersucht.
Die Tester stellten dabei vor allem eine Tatsache fest - preiswerte Angebote sind nicht von minderer Qualität. Der größte Spielraum steckt in erster Linie in den Kosten für das Material und der
Erstellung der Kronen und Implantaten.
In einigen Fällen machte die preiswertere Erstellung bis zu 65 Prozent der Kostenersparnis aus. Da das gesetzliche Mindesthonorar nicht unterschritten werden darf, sparen die wenigsten Zahnärzte
in
diesem Punkt. Satte 20 Prozent müssen an den Vermittler des Angebots abgetreten werden, auch dieser Prozentsatz ist nicht verhandelbar.
Das Einsparpotenzial lag in den meisten Fällen zwischen 20 und 50 Prozent, einmal sogar bei großen 68 Prozent. In einem Fall lag zwischen dem ersten und finalen Kostenvoranschlag für den Heil-
und
Kostenplan mehr als 2000 .
Ein Faktor für die großen Unterschiede ist das Material. Ausländische Hersteller produzieren oft deutlich günstiger bei gleicher Qualität. Die Stiftung Warentest hatte keinen Fall, in dem
mangelhafte Materialien genutzt wurden.
Auf der sicheren Seite
Ein neues Gebiss oder eine Krone ist ein medizinischer Eingriff und unterliegt daher gewissen Gesetzen und Bestimmungen. Für den Auftraggeber entstehen dadurch einige Garantien, die von den
Auktionsportalen gesicherten werden.
Die Portalbetreiber empfehlen sich durch einen schlüssigen und transparenten Aufbau ihrer Homepage und Aufzählung aller Kosten, inklusive des zu zahlenden Eigenanteils.
Zahnärzte, die auf den Auktionsportalen aktiv sind und Angebote angeben können, müssen sich ebenfalls registrieren und unterliegen danach einigen Bestimmungen. Zur besseren Transparenz ihrer
Leistungen können Kunden alle Auftraggeber nach der Behandlung bewerten und so anderen Kunden helfen.
Zahnärzte, die negativ auffallen, können so erkannt und unter bestimmten Bedingungen von den Auktionsportalen verbannt werden. Schwarze Schafe sind so zwar nicht ausgeschlossen, allerdings rar
gesät.
Nützliche Informationen
In ihrem Überprüfungen der Auktionsportale hat die Stiftung Warentest nützlich Erfahrungen gesammelt, die Kunden bei der Auftragsabwicklung beachten sollten.
Grundsätzlich sind alle Angebote von Zahnärzten nicht konkret, es handelt sich dabei ausschließlich um Kostenvoranschläge. Der abgegebene Preis kann sich noch verändern. Bevor die Behandlung
beginnen kann, muss sich der Zahnarzt selbst ein Bild vom Patienten machen und kann erst dann ein genaueres Angebot abgeben.
Der Patient sollte dabei beachten, eine Mehrkostenvereinbarung zu treffen. Wurde im Angebot auf spezielle Materialien Wert gelegt, so müssen diese auch zwingend verarbeitet
werden.
Bei der Auftragserstellung sollte der Patient genau sein und es lieber einmal zu viel als zu wenig überprüfen. Fehlende oder mangelnde Angaben können zwar korrigiert werden, sorgen allerdings
für
falsche Angebote.
Die Gesamtkosten im Blick
Dank der Auktionsportale wie zahnangebot.de oder 2te-Zahnarztmeinung.de lassen sich satte Rabatte einfahren.
Es sollten aber auch andere Faktoren berücksichtigt werden, die so manches Schnäppchen in Luft auflösen.
Für die Erstellung eines Implantats oder einer Brücke sind oftmals viele Sitzungen beim Zahnarzt notwendig. Eine großzügige Entfernungsangabe sorgt zwar für mehr Angebote, dadurch für mehr
Preisdruck und günstigere Preise, aber auch für möglicherweise weite Strecken zum Arzt. Es entstehen dadurch weitere Kosten für Fahrten oder eventuelle Übernachtungen, die vom Patienten selbst
getragen werden müssen.
Beim Zahnarzt selbst braucht der Auftraggeber nicht mehr über den Preis feilschen, die Zahnärzte haben dafür keinen Spielraum.
Das Fazit der Tester
Die guten Eindrücke der Stiftung Warentest ergeben sich aus einer ganzen Reihe von positiven Erfahrungen.
Bei der Zahnersatzauktion lassen sich mitunter mehr als 50 Prozent sparen, der wichtigste Aspekt bei den meisten Patienten. Eine transparente Bewertung der Auftragnehmer sorgt für eine gewisse
Sicherheit und dem Schutz vor schwarzen Schafen.
Einschränkungen bei der Qualität mussten in keinem der getesteten Fälle hingenommen werden. Bei gleichbleibender Qualität waren es in erster Linie günstigere Produktions- und Arbeitskosten, die
den
Unterschied ausmachten. Je teurer die Arbeiten sind, umso größer ist die mögliche Einsparung.
Die genannten Portale sind durchweg empfehlenswert, negativ fiel im Test lediglich das Auktionsportal von zep24.de auf, bei der keine Ausschreibung zustande kam.
Autor: Nordlicht