Für ein behagliches Licht
Vor rund zwei Jahren hat die EU-Kommission beschlossen, herkömmliche Glühbirnen schrittweise zu verbieten. Verbraucher sollten stattdessen auf Energiesparlampen zurückgreifen, durch dessen Einsatz jedes Jahr zehn bis fünfzehn Prozent Energie gespart werden soll. Einsparungen im zweistelligen Milliardenbereich sind europaweit möglich. Unter den Verbrauchern genießen die sparsamen Lampen allerdings einen eher schlechten Ruf, da viele Menschen das Licht als zu kalt empfinden. Erste Hersteller versprechen Energiesparlampen mit einem deutlich wärmeren Licht - die Stiftung Warentest hat die Leuchtmittel in einem Schnelltest genauer untersucht.
Sparsam gegen warm?
Im Test hat das Prüflabor Energiesparlampen für besonders warmes Licht diverser Hersteller genauer unter die Lupe genommen und sie mit üblichen Glühbirnen verglichen. Getestet wurde unter anderem die Dulux Superstar Mini Candle von Osram sowie die Classic gold candle von Megaman. Sie mussten sich gegen zwei altbewährte Glühlampen durchsetzen, die auf eine Farbtemperatur von genau 2500 Kelvin gedimmt wurden.
Wie Licht behaglich wirkt
Die Farbtemperatur ist für die Gemütlichkeit des Lichtes hauptverantwortlich. Die herkömmlichen Glühbirnen haben eine Farbtemperatur von rund 2700 Kelvin. Leicht gedimmt wird diese Zahl um 200 Kelvin gesenkt, so steigen die roten Anteile im Licht und es wirkt deutlich gemütlicher. Typische Energiesparlampen besitzen allerdings keinen Glühfaden und strahlen eher ein bläuliches Licht aus, dadurch wirkt es deutlich kühler und unbehaglich. Statt den Menschen zu beruhigen, aktiviert das blaue Licht die Aktivität. Modernere Energiesparlampen können zwar auch gedimmt werden, dadurch ändert sich aber nicht die Farbtemperatur, sondern die Helligkeit.
Gut, aber nicht besser
In dem von der Stiftung Warentest durchgeführten Versuch konnten die geprüften Sparlampen durchaus überzeugen. Im Gegensatz zu den üblichen Energiesparleuchten strahlen sie ein deutlich wärmeres Licht aus. Sie erreichen annähernd den Behaglichkeitsfaktor wie gedimmt Glühbirnen, erreichen allerdings nicht die nötigen Rottöne. Sie sind lediglich in einem anderen Punkt besser - dem Stromverbrauch. Die Energieeffizienz der Glühleuchten ist bis zu fünf Mal schlechter. Der höhere Kaufpreis der energiesparenden Lampen amortisiert sich durch den geringeren Stromverbrauch sowie durch die längere Lebenszeit.
Einige Hersteller "schummeln"
Negativ bewertet die Stiftung Warentest die Angaben der einzelnen Hersteller auf den Verpackungen. In puncto Farbkennung und Stromverbrauch sind auf allen Verpackungen die korrekten Werte angegeben, ein Vergleich unterschiedlicher Anbieter wird dadurch erleichtert. Wenn es um die Energieeffizienz geht, geben die Hersteller gern mal eine bessere Klasse an, als die Produkte wirklich verdienen.
Im Schnelltest konnte die Stiftung Warentest natürlich keine Dauerprüfung vornehmen und vertraut daher auf die Angaben auf den Verpackungen. Die Hersteller versprechen eine hohe Lebensdauer sowie eine große Schaltfestigkeit.
Fazit
Ein deutlich wärmeres Licht als gewöhnliche Energiesparlampen strahlen die besonderen Lampen aller getesteten Hersteller aus. Sie können durchaus überzeugen und erreichen annähernd behaglich wie gedimmte Glühlampen. Sie können zudem mit einem niedrigeren Stromverbrauch und einer langen Lebensdauer punkten.
Leider zeigten sie im Test die bekannten Schwächen von Energiesparlampen bei der Wiedergabe von Rottönen.
Laut Stiftung Warentest kann ein neuer Lampenschirm oder eine dazugeschaltete rote Lampe die Gemütlichkeit von Energiesparlampen leicht verbessern.
Autor:Nordlicht