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Tests und Erfahrungen von mir

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Ärtzeportale - Test und Empfehlungen der Stiftung Warentest

Der Nächste bitte

 

Patienten, die mit ihrem behandelten Arzt unzufrieden sind oder etwa nach einem Umzug einen neuen Mediziner suchen, finden kaum Informationen über empfehlenswerte Ärzte. Dabei ist die Suche nach einer Praxis des Vertrauens sehr wichtig. Private und intime Dinge werden mit dem Doktor besprochen, als Patient möchte man sich in kompetenten und vertrauensvollen Händen wissen. Seit mittlerweile vier Jahren gibt es sogenannte Ärzteportale im Internet, Patienten bewerten Ärzte und liefern damit Auskunft über gute und weniger gute Ärzte. Doch was taugen diese Portale wirklich? Die Stiftung Warentest ist dieser Frage nachgegangen.

 

Eine  Win-Win Situation?

 

Neun Online-Portale hat sich die Stiftung Warentest angesehen, neben einem nichtkommerziellen Ärzteportal auch acht kommerzielle Seiten. Sie alle versprechen große Vorteile für Patienten und für die Ärzte. Als Kunde soll man von den Bewertungen anderer Patienten profitieren und einem empfehlenswerten Mediziner schnell finden. Die Ärzte selbst können sich ansehen, wie ihre Arbeit eingeschätzt wird und entsprechend reagieren. Eine sogenannte Win-Win Situation für beide Parteien? Mitnichten, denn die Portale zeigen deutliche Mängel.

 

Zu wenig Zuspruch

 

Das offensichtlichste Problem ist zugleich das Signifikanteste: Es fehlt den Portalen schlichtweg an Bewertungen von Patienten. Keines der neun Anbieter konnte in der Stichprobe der Stiftung Warentest überzeugen. 18 Ärzte wurden in jeweils drei großen und mittelgroßen deutschen Städten gesucht. Nicht einmal die Hälfte der Mediziner besaßen einen bewerteten Eintrag. Die Listen der Ärzteportale sind umfangreich und umfassen diverse Ärzte. Bewertet wurden bei imedo.de aber nur 36 Prozent der gelisteten Mediziner. Mit dieser Quote war das Portal sogar Spitzenreiter, medfuehrer.de kommt nämlich nur auf magere sechs Prozent. Die sieben weiteren Anbieter bewegen sich auf einem ähnlich mangelhaften Niveau.
 

 

Undurchsichtige Bewertung

 

Alle Portale nutzen Schulnoten oder Sterne, um die Zufriedenheit mit dem Arzt zu zeigen. Die Zusammensetzung der Gesamtnote lässt sich aber nur sehr schwer oder gar nicht erkennen. Es gibt kein einheitliches Verfahren. Es entsteht ein großes Problem dadurch - die Bewertungen sind schlichtweg unbrauchbar. Einen nutzbaren Gewinn über einen guten Arzt liefern sie nicht. Bewertungskriterien sind beispielsweise die Ausstattung der Praxis, der Service oder die Wartezeit. All diese Punkte sind sehr theoretisch und schwammig, sie führen zu sehr allgemeinen Ergebnissen. Wirklich umfangreich sind die Fragebögen nicht, bei sechs Portalen werden weniger als zehn Fragen zur Berechnung herangezogen.

 

Wenig strukturiert

 

Ein weiteres Problem ist die Übersichtlichkeit der Ärzteportale. Bei allen Anbietern bemängelt die Stiftung Warentest die alles andere als intuitive Bedienung. Eine Sortierung nach wichtigen Bewertungskriterien fehlt ebenso wie eine strukturierte Anordnung der Mediziner. Die gezielte Suche nach einer Praxis wird so zum Geduldsspiel.
Für die Abgabe einer Bewertung muss man sich auf allen Portalen registrieren, so wird zumindest die Echtheit der Arztbewertungen etwas gewahrt. Bei der Abgabe der eigenen Meinung müssen bestimmte Kriterien bewertet werden, außer bei onmeda.de können alle Bewertungen bei anderen Ärzteportalen noch kommentiert werden. Das schafft zumindest etwas mehr Aussagekraft.

 

Eine Frage der Unabhängigkeit

 

Mit Ausnahme von arzt-auskunft.de sind die weiteren Portale alle kommerziell, das wirft die Frage der Käuflichkeit auf. Fünf Portale (imedo.de, docinsider.de, esando.de, medfuehrer.de und jameda.de) werben ganz öffentlich mit der Nutzung der "Premium-Einträge". Gegen Zahlung werden Praxen farblich hervorgehoben oder in einem speziellen Anzeigebereich angezeigt. Die Grenze zwischen neutraler Bewertung der Patienten und der gezielten Werbung der Mediziner verschwimmen, als Nutzer des Portals wirft das die Frage nach der Neutralität auf.

 

Fazit

 

Ein Mediziner würde den aktuellen Zustand der Portale als kritisch, wenn nicht sogar als lebensgefährlich bezeichnen. In der aktuellen Verfassung sind alle Anbieter nicht zu gebrauchen. Es fehlt vor allem an Patienten, die ihren Doc bewerten. Undetaillierte Fragebögen ergeben in den meisten Fällen eine sehr schwammige Bewertung mit wenig Aussagekraft. Eine wirkliche Entscheidungshilfe sind die Ärzteportale so nicht, ganz im Gegenteil. Sie können eher Verwirrung auslösen, so dass der Mediziner trotzdem selbst begutachtet werden muss.

Autor: Nordlicht

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