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Tests und Erfahrungen von mir

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Der neue Personalausweis - Informationen von Warentest

Meine wichtigste Karte
Kompakter, praktischer und vielseitig einsetzbar - so wird der neue Personalausweis beschrieben. Seit dem 1. November 2010 können alle deutschen Bundesbürger den Ausweis im Scheckkartenformat beantragen. Erstmals ist das amtliche Dokument, das jeder Bundesbürger stets mit sich tragen muss, mit einem Chip im Inneren der Karte versehen. Zahlreiche neue Funktionen sind damit möglich, gleichzeitig verspricht die Bundesregierung mehr Kontrolle über die persönlichen Daten für jeden Einzelnen. Die Stiftung Warentest hat sich den neuen Ausweis einmal genauer angeschaut. Das Fazit der Tester fällt grundsätzlich positiv aus, es gibt nur wenig Anlass für berechtigte Kritik.

Mehr Ausweis für mehr Geld
Der neue Personalausweis bietet deutlich mehr Funktionen, ist zugleich aber auch teurer. 28,80 Euro kostet die Karte für alle Personen über 25 Jahre, jüngere Antragssteller zahlen 22,80 Euro. Einheitlich ist das Passbild, ab sofort muss es sich dabei um ein biometrisches Passbild handeln. Ein Lächeln ist ebenso wie ein ungerader Kopf verboten. Nach Antragsstellung erhält man einen Brief mit einer PIN und einer PUK, ähnlich wie man es bei der Sim-Karte für das Mobiltelefon kennt. Die PIN lässt sich jederzeit vom Karteninhaber ändern und ist für die Nutzung notwendig.

Die neue Welt der eID
Wer viel im Internet unterwegs ist, dort ein- und verkauft, profitiert am stärksten vom neuen Personalausweis. Eine neue Funktion des Dokuments ist die elektronische Identität, die sogenannte eID. Musste man sich bisher beim Shoppen im Netz bei allen Händlern anmelden und die Daten per Hand eintragen, werden alle nötigen Daten in Zukunft mit dem Kartenleser übertragen. Eine manuelle Eingabe wird unnötig, Schreibfehler so vermieden. Das bringt auch Vorteile für Online-Händler, die sich nicht mehr mit falschen Daten beschäftigen müssen. Die Zahl der Anbieter, die diese Technik bereits nutzen, hält sich noch in Grenzen. In Zukunft wird sie aber stark steigen, insofern sich mehr Händler für den Empfang der eID bei der Bundesstelle registrieren lassen. Zur Übertragung der Daten ist die PIN notwendig, zusätzlich können während der Übermittlung bestimmte Daten abgewählt werden.

Die digitale Unterschrift
Offizielle Dokumente benötigen bisher eine Unterschrift, müssen daher per Post gesendet werden. In Zukunft sollen auch solche Geschäfte dank des neuen Personalausweises online möglich sein. Die "qualifizierte elektronische Signatur" ist das Aushängeschild des neuen Ausweises, auch wenn sie aktuell noch nicht einsatzbereit ist. Neben der aktiven eID-Funktion ist dafür ein Signaturzertifikat nötig, also eine spezielle Software auf dem Chip der Scheckkarte. Dieses Zertifikat ist mit weiteren Kosten verbunden, aktuell liegen diese Preise bei 40 bis 60 Euro im Jahr. Zur Übermittlung mit dem PC ist zusätzlich die AusweissApp 2.0 nötig sowie ein Komfort-Kartenlesegerät mit integrierter Tastatur, das weitere 120 Euro kosten kann. Viel Geld also für die digitale Unterschrift, die Preise werden in Zukunft wohl noch deutlich sinken. Nutznießer dieser neuen Technik können digitale Dokumente wie E-Mails, Word-Dateien oder Bilder signieren. Der Abschluss von Verträgen, die Steuererklärung oder die Antragsstellung von behördlichen Dokumenten soll in Zukunft allein über das Internet möglich sein.

Nicht ohne Lesegerät
Der neue Personalausweis soll einiges leichter machen, dafür muss man zunächst aber tiefer in die Tasche greifen. Zu Beginn muss der Nutzer eine Reihe von Zubehör erwerben. Wie erwähnt, ist zum Einsatz des Ausweises ein Kartenleser notwendig, der vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) zugelassen sein muss. Einfache Lesegeräte, sogenannte Basislesegeräte ohne eigene Tastatur können bereits ab 20 Euro erworben werden. Ein höherwertiges Lesegerät kostet aktuell noch das Fünffache. Immerhin ist die nötige Software kostenlos, die AusweissApp kann sich jeder Online-User unter der offiziellen Internetseite www.ausweisapp.bund.de herunterladen und installieren. Aktuell funktioniert die Software nur mit aktuellen Windows-Versionen, es soll ein Programm für Linux und MacOS ab 10.5 folgen. Später soll es weitere Programme zur Nutzung des Personalausweises geben.

Mehr Sicherheit & Komfort
Der Ausweis an sich ist grundsätzlich sehr sicher vor Hacker-Angriffen, Sorgen bereiten eher die notwendigen Programme zur Nutzung. Sie könnten im schlimmsten Fall geheime Daten ausspionieren, einige Experten raten daher von der Nutzung der Basislesegeräte ohne Tastatur ab. Andere Fachkundige sehen diese Sorge als wenig fundiert an. Eine hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben, zumindest in diesem Punkt sind sich alle Experten ebenso wie in puncto Komfort einig. Der Personalausweis wird Online-Geschäfte deutlich leichter und sicherer machen, registrierte Händler werden am meisten davon profitieren können. Sie erhalten geprüfte Daten und müssen sich nicht mehr vor falschen Angaben fürchten.

Das gilt es zu beachten
Im Falle eines Verlustes muss dieser sofort bei der zuständigen Stelle gemeldet werden. Das kann über den allgemeinen Sperrnotruf 116 116 oder über die Sperrhotline 0 180 1/33 33 33 erfolgen, die auch aus dem Ausland erreichbar ist. Das Sperrkennwort, das per Post bei Antragsstellung zugesendet wird, ist dafür notwendig. Wer den Verlust zu spät meldet, muss für eventuelle Schäden haften. Richten Dritte damit Schäden an, indem sie die digitale Signatur oder die eID nutzen, kann das zulasten des Karteninhabers gehen. Verboten ist es, die geheimen Daten wie PIN und PUK gemeinsam mit dem Ausweis mitzuführen.

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