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Car Sharing

Carsharing - Man teilt doch gern
Lange Zeit galt ein eigenes Fahrzeug auf der eigenen Auffahrt als Statusobjekt. Es gab kaum einen Privathaushalt, der ohne eigenes Auto auskam. Unter jungen Menschen hat sich ein gegensätzlicher Trend entwickelt, der auch auf immer mehr Haushalte zutrifft. Besonders in Großstädten ist anzumerken, dass immer weniger Menschen auf ein eigenes Fahrzeug bestehen. Durch ein gut ausgebautes Nahverkehrsnetz können sie bequem auf einen Pkw verzichten, sind bei gutem Wetter mit dem Rad unterwegs. Wird dann doch mal ein Auto benötigt, kann man jederzeit auf Alternativen zurückgreifen. Eine dieser Alternativen nennt sich Carsharing und erlebt gerade einen Höhenflug in Deutschland.

Ein Auto, wenn man es braucht
Hinter dem Prinzip von Carsharing steckt eine Idee, die es bereits in den 80er Jahren gab und ihren Ursprung vor mehr als 30 Jahren hat. In diesem Jahrzehnt sind die ersten Car Sharing-Anbieter entstanden, meist standen Vereine dahinter. Heute ist das "Verleihen" von Fahrzeugen sehr viel kommerzieller, große Unternehmen und Autobauer stecken dahinter.
Carsharing ist so etwas wie ein einfacher Autoverleih. An bestimmten Stationen können sich angemeldete Fahrer ein Pkw ausleihen und es für einige Zeit nutzen. Danach stellen sie es einfach wieder an einer Station ab, ehe sich der nächste Fahrer das Fahrzeug nehmen kann.

Durchaus kostengünstiger
Durch den Besitz eines eigenen Autos entstehend laufend Kosten. Für die KFZ-Versicherung, Wartung, Pflege, Reparaturen und TÜV-Gebühren fallen selbst dann Kosten an, wenn der Pkw nicht oder selten genutzt wird. Beim Carsharing zahlt man hingegen nur für die tatsächliche Nutzung. Die Anbieter dieser Angebote berechnen die Zeit und/oder die gefahrenen Kilometer, hinzu kommt eine monatliche Grundgebühr. Insgesamt kann diese Summe durchaus günstiger als der Unterhalt für ein eigenes Auto sein. Wer eine Carsharing Station in der Nähe hat, weniger als 10.000 Kilometer im Jahr zurücklegt und meist kurze Strecken fährt, kann eventuell vom Programm profitieren. Unterschiedliche Angebote für Kurz- oder Vielfahrer machen Carsharing zudem lukrativer.

Bundesweit vertreten
Carsharing lohnt sich für Anbieter natürlich nur, wenn viele Kunden auf das Angebot zurückgreifen. In kleinen Städten und ländlicheren Regionen ist der "Autotausch" daher selten anzufinden. Bewohner von größeren Städten und Ballungsgebieten steht die Nutzung von Carsharing hingegen offen. In 260 deutschen Städten gibt es entsprechende Angebote, die man unter carsharing.de, der Seite des Bundesverbandes für Carsharing, finden kann. Zur Nutzung ist eine vorherige Anmeldung notwendig, einzelne Anbieter haben zugleich eigene Konditionen. So ist ein Mindestalter oder genügend Fahrpraxis notwendig, um am Angebot einiger Unternehmen teilnehmen zu dürfen.

Carsharing in der Praxis
Das Leihen eines Fahrzeugs gestaltet sich in der Praxis sehr einfach. Über das Internet oder mobil über das Telefon oder Smartphone kann man sich ein Fahrzeug reservieren und sehen, wo es bereitsteht. Mittels hinterlegtem Schlüssel oder Chip-Karte kann das Auto genutzt werden - insofern eine gültige Buchung vorliegt. Je nach Nutzungsdauer und zurückgelegten Kilometer berechnet sich der Preis. Ist der Tank leer, kann über eine Tank-Karte nachgetankt werden. Einige Anbieter lassen ihre Kunden den Tankpreis zunächst auslegen und erstatten ihn später mit der Monatsabrechnung. Das transparente Preismodell ist übersichtlich und hilft, die Kosten im Auge zu behalten.

Voll im Trend
In nur sieben Jahre hat sich das Angebot von Carsharing verdoppelt. Mehr als 5.000 Fahrzeuge sind in Deutschland angemeldet. Große Hersteller wie Mercedes, VW oder BMW haben den Trend erkannt und sind selbst ins Carsharing eingestiegen. 70 % aller Carsharing Fahrzeuge sind umweltfreundliche Kleinwagen, sie ersetzen vier bis acht private KFZ. Als Nutzer des Angebots leistet man zugleich einen Beitrag zum Umweltschutz. Neue Vertriebsmodelle ermöglichen es zudem, das Fahrzeug an jeder beliebigen Stelle abzustellen. Via Internet kann man sich bei Wunsch ansehen, wo das nächste Auto steht. Der Gang zur nächsten Station wird dadurch vermieden. Aktuell entwickelt sich Carsharing zu einer modernen Art des "Autoverleihs auf Zeit".

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