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Tests und Erfahrungen von mir

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Lebensmittel bei Amazon kaufen

Der Einkauf kommt per Post
Es gibt nahezu keine Waren, die man nicht schon längst in den unendlichen Welten des World Wide Web bestellen kann. Egal ob Kleidung, Unterhaltungselektronik oder Fahrzeuge, für jedes Produkt findet sich ein passender Marktplatz. Lediglich der bundesweite Verkauf von Lebensmitteln stellt so etwas wie einen weißen Fleck im Netz dar - damit möchte der Versandriese Amazon nun Schluss machen. Vor einigen Monaten erweiterte das Unternehmen sein Angebot um den Verkauf von Lebensmitteln aller Art. Neben Senf, Croissants und Eier kann man nun auch Bier, Wein und Bio-Produkte bei Amazon erwerben. Wie das Angebot funktioniert und was es taugt, das hat nun die Stiftung Warentest erprobt.

Verbesserungswürdige Produktzusammenstellung
Auf den ersten Blick hört sich das Angebot der Plattform verlockend an. Mehr als 50.000 Waren aller Art, von frischem Obst & Gemüse bis hin zur sperrigen Getränkekiste finden sich im Sortiment von Amazon wieder. Ein so großes Angebot ist schön und gut, doch leider entpuppt es sich als oftmals nutzlos.
Statt bekannte Marken anzubieten, findet man nicht selten nur extravagante Anbieter. So vermisste die Stiftung Warentest beispielsweise gewöhnliche Mineralwasser im Sortiment und fand stattdessen aber ein Regenwasser aus Tasmanien - Literpreis ca. 11,30 Euro. Ähnliche mangelhafte Suchergebnisse gab es auch bei anderen Produkten. Statt Waren für den täglichen Gebrauch anzubieten, erweist sich der Markt auf Amazon zeitweise als Spezialitätenhändler.

An Infos wird gespart
Findet sich mal ein "gewöhnliches" Produkt, wird es oftmals nur in Großpackungen angeboten und eignet sich nicht für einen normalen Haushalt. Fehlende Angaben bei fast allen Waren bemängelte die Stiftung Warentest ebenfalls. Angaben zur Haltbarkeit wären besonders bei leicht verderblichen Produkten wünschenswert, ebenso Informationen über Nährwerte oder Produktzusammensetzungen. In Artikeltext sind meist weniger Angaben als auf der kleinen Verkaufsverpackung veröffentlicht. Für Kunden hat das vor allem einen großen Nachteil. Waren unbekannter Hersteller können so nur mit einem gewissen Risiko erworben werden. Allergiker oder Diabetiker werden vom Kauf so fast komplett abgeschnitten, da sie auf zusätzliche Angaben dringend angewiesen sind.

Kein Sparpotenzial
Wer bei der großen Auswahl an Speisen und Getränken passende Produkte findet, wird spätestens an der Kasse ein böses Erwachen erleben - in Form der Versandkosten. In Beispiel der Stiftung Warentest betrugen diese für einen Einkaufswert von 20 Euro nämlich 25 Euro. Ein Einsparpotenzial ist damit nicht gegeben, zumal die einzelnen Artikel selten preiswerter als im Supermarkt vor Ort angeboten werden.
Der Grund für die hohen Versandkosten liegt in der Tatsache, das Amazon wie gewohnt als Plattform für sich und andere Anbieter agiert. Jeder Händler, von dem ein Produkt im virtuellen Einkaufswagen liegt, berechnet seine eigenen Versandkosten. Je größer der Warenkorb, umso höher also auch die vermutlichen Versandkosten. Leider wird der Kunde erst nach dem, aufgrund spärlicher Filter mühevollen Einkauf über diese Tatsache aufgeklärt.

Verpackung und Versand zufriedenstellend
In den Punkten Versandzeit und Verpackung konnten die Prüfer der Stiftung Warentest immerhin positive Aspekte festmachen. 10 der 15 getätigten Bestellungen waren innerhalb von zwei Werktagen eingetroffen, die anderen nach drei Tagen. Lediglich in einem Fall von bestellten Bio-Produkten traf keine Ware ein. Erst nach einer Reklamation wurde eine Ersatzlieferung zugestellt.
Grundsätzlich war die Ware sicher verpackt und heil an ihr Ziel gekommen. Selbst Eis, Glasflaschen oder Gemüse waren ohne Mängel. Meist waren die Produkte dank Styropor oder Kühlelementen sicher verpackt. Grund zur Kritik gab es trotzdem. In einem Fall wurde ein falsches Produkt geliefert, in einem anderen Fall ein Salat mit braunen Stellen. Ein anderes Mal waren die bestellten Mandelhörnchen optisch mangelhaft, infolge einer falschen Lagerung und die Bratwürste einer Landschlachterei waren bei der Lieferung knapp 15 Grad warm und bereits am Ende ihrer Haltbarkeit.

Eine große Baustelle
Angesprochen auf die offensichtlichen Lücken und Fehler des virtuellen Supermarktes, gelobte Amazon Besserung. Das Unternehmen arbeite derzeit daran, das Produktportfolio stetig zu erweitern. Die Suche nach bestimmten Waren soll dank neuer Filter komfortabler werden. Wie die hohen Versandkosten in Zukunft aber gesenkt werden könnten, konnte der Anbieter nicht konkret beantworten. Die Servicequalität der Händler auf der Plattform ist eine weitere Baustelle, mit der sich Amazon befassen muss. Änderungen sind sehr wahrscheinlich, zumal der Versandriese erst seit kurzer Zeit mit seinem eigenen Supermarkt online ist und dieser beim Test noch in der Beta-Phase war.

Noch ein weiter Weg
Sollte Amazon noch an einigen Baustellen arbeiten, könnte sich der Online-Supermarkt in der Zukunft durchaus als lukrative Alternative zum Händler vor Ort entwickeln. Aktuell ist das Angebot allerdings wenig empfehlenswert. Die Auswahl ist zwar groß, beschränkt sich oftmals aber auf Spezialität. Die Preise befinden sich auf keinem nennenswerten niedrigen Niveau und fehlende Angaben machen so manchen Einkauf zur Glückssache. Die Suche nach Waren entwickelt sich schnell zum Geduldsspiel und am Ende der Bestellung wird der Kunde von den hohen Versandkosten überrascht.
Als Alternative zum gewöhnlichen Einkauf eignet sich die Plattform noch nicht. Wer aber auf der Suche nach ausgewählten Spezialitäten ist oder in großen Mengen bestellen möchte, der kann schon jetzt ohne Bedenken bei Amazon Lebensmittel und Spirituosen bestellen.
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