Gefahr für die Gesundheit
Im Winter ist die Gefahr, dass sich Schimmelpilze in der Wohnung ausbreiten, am höchsten. Der Grund liegt in der größeren Temperaturdifferenz zwischen einem warmen Innenraum und der kalten Außenluft, die Wände und auch Fenster auskühlt. Überall dort, wo warme und kalte Luft aufeinander treffen, ist die Gefahr von Pilzsporen gegeben. Die gesundheitlichen Gefahren von Schimmelbefall werden oftmals ignoriert. Durch die Atemwege gelangen die Sporen in den menschlichen Organismus und können dort große Schäden anrichten.
Chronische Atemwegserkrankungen, Schlaflosigkeit oder Reizungen der Haut können durch Pilzsporen ausgelöst werden.
Woher der Schimmel kommt
Die Stiftung Warentest hat sich Anfang des Jahres mit dem aktuellen Thema von Schimmel im Haus beschäftigt, häufige Fragen wurden dabei beantwortet. Die Entstehung von Schimmel ist oftmals auf bauliche Mängel oder mangelhafte Luftzirkulation in der Wohnung zurückzuführen.
Bei älteren Gebäuden ist das Risiko prinzipiell größer. Ein alter, schlecht isolierter Dachstuhl kann für Schimmel an der Decke verantwortlich sein. Ein defektes Wasserrohr für Schimmel an der Wand. Eine enorme Menge Feuchtigkeit kann auch durch Duschen oder Kochen entstehen. Wird die Feuchtigkeit nicht optimal durch Lüftungsanlagen abgeführt, setzt sie sich an den sogenannten Wärmebrücken fest und kann zu Schimmel führen. Eine große Gefahrenstelle stellen auch Fenster dar, die oftmals schlecht isoliert sind.
Vorbeugen ist möglich
Für den Haus- oder Wohnungsbesitzer gibt es Möglichkeiten, das Risiko eines möglichen Schimmelbefalls zu minimieren. Regelmäßiges Lüften sorgt für einen Luftaustausch, wodurch auch die Feuchtigkeit in der Luft reduziert wird. Die beste Methode zu lüften, ist die sogenannte Stoßlüftung. Fenster und Türen weit öffnen und für einen Durchzug in der Wohnung sorgen. In weniger als zehn Minuten wird so die gesamte Luft ausgetauscht. Diesen Vorgang sollte man drei Mal am Tag durchführen, je nach Möglichkeit zu unterschiedlichen Tageszeiten.
Bei jedem Wetter lüften
Selbst wenn es draußen regnen sollte oder sehr kalt ist, diese Art der Lüftung ist immer empfehlenswert. Der Grund dafür lässt sich physikalisch erklären. Kalte Luft kann deutlich weniger Feuchtigkeit aufnehmen, bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 100 % sind es etwa fünf Milliliter Wasser pro Kubikmeter Luft. Je wärmer die Luft erhitzt wird, um höher ist die Fähigkeit, Wasser aufzunehmen. Bei einer Raumtemperatur von 22 Grad beträgt der Wasseranteil in der Luft bereits 12 Milliliter. Es gilt also der Grundsatz: Je größer die Temperaturdifferenz, umso besser der Feuchtigkeitsaustausch in der Luft.
Wenn Lüften erfolglos ist
Die Stiftung Warentest weist in ihrem aktuellen Bericht darauf hin, das Selbst regelmäßiges und optimales Lüften kein sicheres Mittel gegen Schimmel ist. Bei einem maroden Gebäude können Pilze als Indikatoren für Baumängel gesehen werden. Undichte Wasser- oder Regenrohre, Wasser im Mauerwerk oder schlecht isolierte Decken und Wände sind mögliche Auslöser für Schimmel in der Wohnung. Bei einem dauerhaften und größeren Pilzbefall sollte der Eigentümer rasch reagieren. Entweder den Vermieter kontaktieren oder einen Experten des Fachs zurate ziehen. Wer Schimmel in der Wohnung dauerhaft ignoriert, setzt seine Gesundheit einem großen Risiko aus.
Was man selbst tun kann
Neben dem regelmäßigen Lüften können Mieter noch auf andere Wege gegen Schimmel vorgehen. Hinter Schrankwänden bildet sich im Verborgenen oft Schimmel. Steht der Schrank zu dicht vor einer kalten Wand, findet der Pilz dahinter beste Bedingungen. Schuld daran ist die mangelnde Luftzirkulation. Bei Wandverkleidungen oder Fußbodenleisten kann das ebenso auftreten, regelmäßige Kontrollen können vorbeugen.
Wenn der Schimmel bereits in der Wohnung ist, können kleinere Flächen mit 70-prozentigem Alkohol effektiv abgetötet werden. Die Stiftung Warentest rät, den Alkohol eine halbe Stunde einwirken zu lassen und dann mit alkoholgetränkten Tüchern abwischen. Die Tücher sicher im Hausmüll entsorgen, und während der Arbeit ausreichend lüften. Handelt es sich um einen wiederkehrenden Befall, weist das auf Mängel in der Wand bzw. in der Decke hin.