Jedes Jahr das gleiche Spiel
60 Prozent aller Steuergesetze der Welt kommen aus Deutschland, kein Wunder also, dass viele Menschen regelrechte Schweißausbrüche bekommen, wenn es um die jährliche Einkommenssteuererklärung geht. Kaum ist das Jahr angefangen, beschäftigt dieses Thema unzählige steuerpflichtige Personen in der Bundesrepublik. Der Weg zum Steuerberater ist sicherlich die einfachste Möglichkeit der Steuererklärung, wenngleich auch die Teuerste. Immer beliebter wird daher die eigene Erstellung der Steuererklärung mit dem passenden Programm am heimischen PC. Wenn man den Aussagen der Entwickler dieser Anwendungen Glauben schenken mag, ist das die komfortablere und günstigste Methode zur Fertigstellung der Einkommensteuer. Die Finanztest hat den Steuerhelfern genauer auf den Zahn gefühlt und Pro und Contra dieser Programme entdeckt.
Schon für einen Zehner zu haben
Beauftragt man einen Steuerberater oder den Lohnsteuerhilfeverein, dann kommen ungefähre Kosten von 100 Euro auf den Arbeitnehmer zu. Der Kauf eines Steuerprogramms ist da schon deutlich günstiger. Neun Programme unterschiedlicher Hersteller hat die Finanztest im Vergleich überprüft. Für unter zehn Euro ist die Konz Online-Steuererklärung zu haben, nicht viel teurer sind Anwendungen wie t@x2011 oder Lohnsteuer kompakt 2010. Mit ca. 40 Euro waren die Programme Steuer-Spar-Erklärung 2011 und Wiso Steuer-Sparbuch 2011 zwar die teuersten Helfer im Test, dafürkonnten sich die Prüfer auch am meisten überzeugen.
Was ein gutes Programm ausmacht.
Die Steuererklärung ist für viele Arbeitgeber eine wichtige Sache. Im Schnitt können die Bundesbürger mit Rückzahlungen von bis zu 1000 Euro rechnen. Niemand möchte auch nur auf einen Cent verzichten, die genutzte Software sollte daher auch richtig arbeit und auf dem neusten Stand sein. Wichtig ist auch eine leichte Verständlichkeit des Programms. Eine tolle Anwendung, die sich als Buch mit sieben Siegeln erweist, hilft niemanden weiter. Einige Programme lieferten ausführliche Infotexte und sogar Videos zum leichteren Verständnis.
Die Testsieger
Vier Steuerhelfer konnten die Prüfer der Finanztest überzeugen, neben den beiden Programmen für 40 Euro auch die günstigeren Anwendungen t@x 2011 und Steuereasy 2011. Die vier Titel offenbarten zwar auch ihre Schwächen, überzeugten aber durch viele Hilfetexte und Eingabehilfen. Die notwendigsten Formulare für die Steuerklärung waren dabei, daher bekamen die Programme Bestnoten im Leistungs- und Funktionsumfang. Wer doch mal Fragen per Telefon oder im Internet stellte, bekam prompt eine punktgenaue Antwort geliefert. Viel besser kann ein Kundenservice nicht sein.
Die Verlierer
Wo es Gewinner gibt, sind auch Verlierer nicht weit. Mangelhaft in der Bewertung schnitt Lohnsteuer kompakt ab, nicht viel besser war Konz Online-Steuererklärung. Dürftige Menüführungen und fehlerhafte Hilfen führten zu einem schlechten Ergebnis. Der Leistungs- und Funktionsumfang dieser Programme ist begrenzt, Unterstützung bei der Steuerklärung gibt es kaum. Für Laien sind die Steuerhelfer begrenzt brauchbar, selbst die Experten hatten ihre liebe Mühe mit diesen Titeln. Nutzer dieser Anwendungen sollten sich überlegen, ob sie nicht für das gleiche Geld lieber auf eine empfehlenswertere Software umsteigen. Durch fehlerhafte Eingaben kann es leicht zu einer falschen Berechnung kommen.
Die Schwächen der Programme
Quicksteuer, Taxmann sowie die drei Onlineprogramme offenbarten in bestimmten Bereichen große Fehler, und selbst die besten Anwendungen im Test hatten ihre Probleme. Wenn es um das Thema Kinderfreibeträge geht, können die komplexen Berechnungen selbst die Testsieger ins Schwitzen bringen. Ähnliche Hürden sind bei dem Kindesunterhalt sowie bei den Nebeneinkünften bei Rentnern möglich. Nur vier Programme konnten beim Thema Pflegekosten alle Angaben bei der Steuererklärung richtig verarbeiten.
Fazit
Wer die Steuerklärung lieber selbst erledigen möchte, sollte nicht am falschen Ende sparen. Viel Geld kann durch fehlende Angaben verloren gehen, dagegen wirken 25 Euro mehr für ein gutes Programm geradezu lächerlich. Eine gute Software erleichtert die Arbeit ungemein, das spart Zeit. Dennoch kann es, gerade bei der erstmaligen Anwendung einige Stunden dauern, bis die Erklärung erfolgreich abgeschlossen ist. Im kommenden Jahr geht das dann schon schneller.
Ein Garant für massive Rückzahlungen sind die Anwendungen ebenfalls nicht. Die beste Hilfe liefern noch immer die Experten von Fach. Wer absolut keine Ahnung von der Materie hat, sollte lieber auf die Hilfe des Steuerberaters oder des Lohnsteuerhilfevereins zurückgreifen.
Nordlicht