Ungezügelte Neugierde
Mit den passenden Apps verwandelt sich das Smartphone zum kleinen Alleskönner. Und weil diese Apps so leicht zu installieren sind, obendrein oftmals auch kostenlos, finden sie sich inzwischen auf immer mehr Mobiltelefonen wie dem iPhone wieder. Was die meisten Nutzer allerdings nicht ahnen, ist die ungeheure Datensammelwut einiger Programme. Unbemerkt werden persönliche Daten wie Telefonnummer und Adressen an die Entwickler der Apps gesendet - test.de hat sich aktuell mit der Problematik befasst.
Keine Seltenheit
Mehr als 350.000 Apps gibt es allein im iTunes-Store von Apple, die Forscher von der Technischen Universität Wien haben rund 1.400 dieser Anwendungen genauer untersucht. Die Ergebnisse sind dabei erschreckend. Während der Nutzer auf die App zugreift, zapft diese das Smartphone an und senden persönliche Daten weiter. Jedes zweite Programm übermittelt die individuelle Geräte-Nummer des Smartphones, Entwickler anderer Anwendungen gehen sogar noch weiter. Wer die App Vampires Live nutzt, gibt damit ganz unbewusst alle gespeicherten Telefonnummern des Geräts an die Entwickler ab.
Die Folgen der Sammelwut
Einmal gesendet liegen die Daten auf den Servern der Entwickler. Was danach mit ihnen passiert ist völlig unklar. In der Regel werden die Informationen dazu genutzt, ein Benutzerprofil anzulegen, um so personenspezifische Werbeeinblendungen an den Anwender zu senden. Sie werden an Dritte weiterverkauft, einmal in Umlauf, ist die Verbreitung kaum aufzuhalten. Eine rechtliche Handhabe besteht nicht. Viele Entwickler haben ihren Sitz in den USA, das Thema Datenschutz spielt in den Vereinigten Staaten keine so große Rolle wie in Deutschland.
Was man selbst tun kann?
Die Datenlecks der Apps sind Apple, Betreiber des iTunes-Stores, längst bekannt. Offiziell unterliegen alle Angebote den hauseigenen Sicherheitsrichtlinien. Deren Kriterien sind angesichts der Veröffentlichungen von test.de allerdings so lasch. Viele der Apps erfüllen kaum einen Nutzen. Wer sich vor versteckten Datensammlern schützen möchte, sollte nur wirklich wichtige Apps installieren. Die Gefahr der "schwarzen Schafe" ist besonders bei kostenlosen Anwendungen am größten.
Nordlicht