Tests und Erfahrungen von mir
Spielekonsolen: Runter von der Couch
Videospiele - das verbinden noch immer viele Menschen mit dem Sitzen vor dem Fernseher, einem Controller in der Hand und eintönigen Bewegungen zur Steuerung des Spiels. Diese Zeiten sind längst vorbei, die neusten Konsolen auf den Markt heizen den Spielern im wahrsten Sinne des Wortes ein - durch Bewegung kommen sie ins Schwitzen. Die Stiftung Warentest hat die drei marktführenden Konsolen getestet, die vollen Körpereinsatz verlangen.
Die drei Kontrahenten
Bereits seit 2006 ist Nintendos Spielekonsole Wii im Handel erhältlich, der Kaufpreis ist daher auch am geringsten. Die Wii war das erste System, das auf eine interaktive Benutzerbewegung reagiert. Erst ein halbes Jahrzehnt später schaffte es Sony mit der Playstation 3 (PS 3) und dem Programm "Move" eine Konkurrenz zur Wii aufzustellen. Die PS 3 entwickelt sich damit zu einer universell einsetzbaren Konsole, da Sie auch 3D-fähig ist, DVD; Blu-ray und Musik abspielen kann. Das modernste System schickte Microsoft mit der Xbox 360 und dem Kinect-Sensor ins Rennen, als einzige Konsole können die Spieler auf einen Controller zum Spielen verzichten.
Auf Augenhöhe
In der Prüfung der Stiftung Warentest erzielten alle Konsolen ein gutes Gesamturteil, in der Benotung gab es kaum Unterschiede. Für alle drei Modelle gibt es sowohl Vor- als auch Nachteile, die vor einem Kauf abgewägt werden müssen. Es sind nicht nur Sportspiele, die die Konsolen so interessant machen. Große Freude bereiten die Partyspiele für gesellige Runden vor dem TV. Für die Wii kann man ein Balance Board erwerben, für realitätsnahe Übung wie im Fitnessstudio. Die Playstation 3 hingegen punkten als multimedialer Alleskönner mit Musikplayer und kann kabellos ins Internet gehen. Online kann man auch mit der Xbox 360 gehen, sehr unterhaltsam sind die Schnappschüsse, die die Konsole während des Spielens automatisch macht. Das sorgt für so manchen Lacher.
Die Konsolen im Überblick
Die Wii von Nintendo kann durch einen günstigen Kaufpreis von rund 200 Euro und einer großen Anzahl von verfügbaren Spielen punkten. Die Bewegungsteuerung funktioniert gut, die Verzögerungen fallen nicht ins Gewicht. Vier Spieler können gleichzeitig spielen, der Stromverbrauch ist deutlich geringer als bei der Konkurrenz. Verzichten muss man allerdings auf eine moderne Grafik und mangelnden Zusatzfunktionen wie einem Foto- oder Filmplayer. Geeignet für Einsteiger und für mehrere Spieler.
Die umfangreichste Verwendungsmöglichkeit bietet die Playstation 3, wenngleich mit 350 Euro auch die teuerste Konsole im Test. Das Bewegungssystem "Move" arbeitet am präzisesten; die Reaktionszeit ist gering. Zu Punktabzügen führte indes die schwere Kalibrierung, für jeden Spieler muss der Controller neu eingestellt werden. Der Spielspaß wird dadurch getrübt, zudem ist der Controller unhandlich bei einigen Spielen. Sie eignet sich für Anwender, die nebenbei ins Internet gehen und hochauflösende Filme sehen möchten.
Gar ohne Controller kommt die Xbox 360 mit Kinect aus. Die Bedienung ist denkbar einfach, die Präzision lässt allerdings zu wünschen übrig. Für 300 Euro kann man eine Konsole erwerben, die durch störende Verzögerung bei der Bewegungsübertragung und einem enormen Platzbedarf auffällt. Eine Spielfläche von vier Quadratmetern, drei Meter vom TV entfernt, ist notwendig, mehr als zwei Spieler können nicht gleichzeitig spielen. Schneidet in puncto Spielspaß besser als die PS 3 ab; ist aber nicht so universell einsetzbar.
Autor: Nordlicht