Weißlacke im Test - Viele Testsieger, kaum Verlierer
Bei der Renovierung einer bestehenden Wohnung oder beim Bezug einer neuen Behausung gehört das Streichen mit Lackfarben zu den gängigsten Aufgaben. In einem aktuellen Test haben die Prüfer der Stiftung Warentest umweltschonende Weißlacke einmal genauer unter die Lupe genommen und dabei ein sehr zufriedenes Testergebnis ermittelt. Es gibt sehr viel Licht und wenig Schatten, fast alle Produkte im Test konnten überzeugen. Unterschiede in der Deckkraft, Verarbeitung und Umweltverträglichkeit sind marginal - die Differenzen im Kaufpreis sind hingegen nicht zu missachten.
Welches Weiß darf es sein?
Wer sich auf den Weg zum Baumarkt begibt und weißen Lack kaufen möchte, wird vermutlich von der schier unendlichen Anzahl möglicher Weißtöne überrascht sein. Weiß ist nämlich nicht gleich Weiß, eine Hilfe kann die Suche mit nach RAL-Farben sein, dabei handelt es sich um definierte Farbtöne.
Ebenso wichtig wie der richtige Farbton ist die Wahl des wasserbasierten Lacks. Die Stiftung Warentest hat sich auf umweltschonende Lacke entschieden und zwölf unterschiede Produkte getestet. Neben zehn Acryllacken, die sich für Innen und Außen eignen, wurden auch ein Bio- und ein Naturharzlack untersucht, die sich allerdings nur für den Innenbereich eignen. Sie werden aus nachwachsenden Rohstoffen oder mineralischen Produkten hergestellt, während für die Produktion von Acyrllack Erdöl benötigt wird.
Biolacke hinken hinterher
Schon einmal hat die Stiftung Warentest Lacke auf Bio-Basis geprüft, das Qualitätsurteil ist bei diesem Versuch ähnlich. Zwar konnten sich der Bio- und der Naturharzlack besser behaupten, sie haben dennoch Defizite gegenüber den wasserbasierten Acyrllacken. So können der "Auro Weißlack Seidenmatt" und der "bio pin Decklack seidenglänzend" nur Innen genutzt werden. Aufgrund der natürlichen Zusammensetzung vergilben die Farben sehr schnell und sind zudem empfindlich gegen Abrieb und Kratzer. Sie enthalten zudem bedenkliche Kobaltverbindungen, die unter Verdacht stehen, Krebs auslösen zu können.
Viele Testsieger
Mit dem Gesamturteil der wasserbasierten Acyrllacken auf Erdölbasis war die Stiftung Warentest sehr zufrieden. Neun von zehn Produkte dieser Art erreichten das Gesamturteil "Gut", lediglich der "Sto Aquacryl Stain Weißlack" erreichte lediglich eine ausreichende Gesamtbewertung. Der preiswerteste Lack im Test zeichnet sich zwar durch seine hohe Kratzfestigkeit aus, deckt allerdings nur mäßig und kann sich auch in anderen Testkriterien nicht mit der starken Konkurrenz mithalten.
Den ersten Platz teilen sich gleich vier Farblacke, allem voran der "Alpina Premiumlack 2in1" und der "düfa 2in1 Seidenmattlack". Im Preis unterschieden sich diese Produkte nicht, für einen guten Acyrllack muss man bei diesen beiden Farben rund 12 bis 14 Euro investieren.
Enorme Preisunterschiede bei Weißlacken
Überraschend ist das Abschneiden den Poco line Acryl Mattlack. Mit einem Kaufpreis von rund acht Euro kostet dieses Produkt nur ein Drittel von dem, was für ähnlich hochwertige Lacke gezahlt werden muss. Dieser Farblack ist eine gute, weil preisgünstige Alternative zu den Produkten auf den vordersten Plätzen. Herbol verlangt für seinen Acyrl-Satin Lack mit knapp 23 Euro genauso viel wie Brillux für seinen Lacyrl-PU Seidenmattlack. Der Preis für das Streichen von einem Quadratmeter ist enorm. Er variiert von 1,39 Euro bis 16,10 Euro, dabei sind die Ergebnisse insgesamt gleich. Die lackierten Flächen sehen gut bis sehr gut aus, die Deckkraft der Lacke wurde ebenso bewertet. Schwächen zeigten einige Produkte lediglich bei der Kratzfestigkeit, glänzen können hier lediglich Alpina, Südwest und Farbturm mit ihren Produkten.
Sicherheitshinweise
Während die erzielten Ergebnisse sehr erfreulich sind, bemängelte die Stiftung Warentest die unzureichenden Sicherheits- und Verarbeitungshinweise auf den Dosen. Die genaue Zusammensetzung der Farbe wird in vielen Fällen ebenso wenig bis mangelhaft erklärt wie die Wahl des richtigen Werkzeugs für die Arbeit. Laien sollten sich daher unbedingt den Rat einer Fachkraft aus dem Baumarkt holen. Nur mit den passenden Pinseln und Streichwerkzeugen kann die Farbe gut und qualitativ hochwertig verarbeitet werden.
Autor: Nordlicht