Tests und Erfahrungen von mir
Durstlöcher im Test: Test Mineralwasser schlagen sich gut
Über 130 Liter Mineralwasser trinkt jeder Bundesbürger laut Statistik pro Jahr. Der Verbrauch ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen ist Wasser ein idealer Durstlöscher ohne künstliche Zusätze, zum anderen sind die Erfrischungsgetränke sehr günstig geworden. Nahezu jeder Discounter verkauft heute große Flaschen Mineralwasser zu Preisen von weniger als 15 Cent pro Liter. Kein Getränk aus dem Handel ist günstiger. Doch was halten die Billigwasser aus dem Supermarkt und wie schlagen sie die Premiummarken? Die Stiftung Warentest hat den Vergleich gemacht.
Warum eigentlich Mineralwasser?
Was unterscheidet gewöhnliches Leitungswasser eigentlich von Mineralwasser? Darf man der Bezeichnung Glauben schenken, dann müssen es Mineralien sein, die im Wasser enthalten sind. Bis 1980 war das auch tatsächlich der Fall, da mussten Mineralwasser mindestens 1.000 Milligramm Mineralien pro Liter enthalten. Heute spielt der Mineralgehalt keine Rolle mehr. Trotzdem werben die Brunnen noch immer damit. Die Wässer von Apollinaris, Gerolsteiner und die Eigenmarken Tip Tiefenfels Quelle von Real tuen das zu Recht, viele enthalten noch wenigen Mineralien und jedes zweite Wasser im Test ist bereits mineralstoffarm.
Der natürliche Geschmack
Wenn schon nur wenige Mineralien enthalten sind, sollte das Wasser doch wenigsten frei von Keimen und sonstigen Stoffen sein. Das ist auch der Fall - mit einer Ausnahme von Premiumwässerchen Apollinaris. In allen Prüfflaschen wurde ein Essigkeim nachgewiesen. Gesundheitsschädlich ist er nicht, dennoch sollte der Hersteller seinen Ursprung herausfinden.
Ein anderes Problem, das vor allem bei den Einwegflaschen aus Kunststoff besteht, ist ein verfälschter, fruchtig-süßer Wassergeschmack. Er entsteht bei der Herstellung der PET-Flaschen, bei der Acetaldehyd eingesetzt wird. Die Premiummarken aus dem Ausland - das italienische S.Pellegrino und Vöslauer aus dem deutschen Nachbarland Österreich - schmeckte nach Acetaldehyd, ebenso das Mineralwasser vom Netto Supermarkt.
Keine Radioaktivität, keine Hormone
Natürliches Mineralwasser fließt bei der Förderung durch tiefe Gesteinsschichten und kann dabei auch radioaktives Uran aufnehmen. Die strengen Grenzwerte wurden aber nicht überschritten. Die Wasser, die sich auch für Säuglingsnahrung eignen, - Vilsa Mineralbrunnen; Tip Classic von Real oder Quellbrunn Classic von Aldi Nord - waren frei von radioaktiven Stoffen.
Keinen Hinweis gab es auch auf Hormone im Wasser. Die Stiftung Warentest konnte in einem Versuch keine Stoffe nachweisen. Das Umweltbundesamt bestätigt dies und spricht davon, dass es keine gesundheitliche Besorgnis gebe.
Discounter überzeugen
30 natürliche Mineralwasser hat die Stiftung Warentest im aktuellen Vergleich unter die Lupe genommen, darunter zehn Wässer von Markenhersteller und 20 Produkte Eigenmarken. Einen großen Unterschied im Geschmack und dem Mineralstoffgehalt konnten die Tester nicht feststellen. Große Unterschiede gibt es allerdings im Preis. Die Wässer der Discounter sind bereits ab 13 Cent pro Liter - und immer in PET-Flaschen - erhältlich. Für einen Liter Markenwasser von Biokristall Classic oder S.Pellegrino zahlt man hingegen mehr als das Zehnfache. Die großen Preisdifferenzen sind auch ein Grund dafür, dass die Handelsmarken fast 50 Prozent des Marktes für Mineralwasser abdecken.
Aus Sicht der Umwelt
Einzig kritikwürdig mag der Einsatz von PET-Flaschen sein. Sie werden lediglich einmal befüllt und anschließend recycelt. Aus ökologischer Sicht ist daher der Einsatz von Mehrwegflaschen empfehlenswert. Sie werden bis zu 25-mal wiederbenutzt und danach ebenfalls recycelt. Man erkennt sie am Mehrweg-Logo, dafür beträgt das Pfand zudem nur 15 anstatt 25 Cent.
Wer Mineralwasser aus Mehrwegflaschen bevorzugt, kann zu Gerolsteiner Sprudel, Apollinaris oder Adelholzener greifen. Sie wurden von der Stiftung Warentest positiv hervorgehoben, schmecken sie doch einwandfrei und sind reich an Mineralstoff. Ihr Literpreis liegt bei 42 bis 52 Cent.
Als Mineralwasser dürfen die Durstlöscher nur bezeichnet werden, wenn sie aus einem unterirdischen Wasservorkommen werden und amtlich anerkannt sind. Bei den meisten anderen Wassern handelt es sich um Trink- oder Tafelwasser. Einwandfrei deklariert waren alle Produkte im Test.
Autor: Nordlicht