Tests und Erfahrungen von mir
Äpfel im Test: An apple a day
Der Sommer neigt sich dem Ende, der goldene Herbst steht vor der Tür und damit auch der Beginn der neuen Apfelernte. In ihrer Vielfältigkeit schlägt das Obst wohl jede andere Obstart. Allein in Deutschland gibt es mehr als 1.000 verschiedene Sorten, weltweit sind es mehr als 20.000 Sorten. Die Vielfältigkeit der Apfelsorten mag auch den Status des Lieblingsobstes der Deutschen begründen - im Aussehen und Geschmack unterscheiden sich die einzelnen Sorten enorm.
Gesünder als vermutet
Umgerechnet 17 Kilogramm Äpfel isst jeder Bundesbürger pro Jahr. Ob frisch, zu Apfelmus oder Apfelchips verarbeitet oder auf dem Kuchen, kein anderes Obst wird in Deutschland mehr gegessen. Das ist auch aus gesundheitlicher Sicht sehr empfehlenswert. An dem englischen Sprichwort "An apple a day keeps the doctor away" (zu Deutsch: Ein Apfel pro Tag - Arzt gespart) hängt eine Menge Wahrheit. Neben wertvollen Vitaminen enthalten Äpfel Ballaststoffe und Kalium. Diese verstecken sich vor allem direkt unter der Schale. Es ist daher sehr gesund, das Obst samt Schale zu essen. Studien belegen, dass der regelmäßige Konsum des Obstes das Risiko von Darmkrebs senken; sich positiv auf die Verdauung auswirkt und den Blutdruck natürlich reduziert kann. Sogar der Cholesterinspiegel soll positiv vom regelmäßigen Verzehr eines Apfels beeinflusst werden.
Keine Pestizide
Viele Verbraucher schrecken davor zurück, das Obst samt Schale zu essen - aus Angst vor eventuell vorhandenen Pestizidrückständen. Die Stiftung Warentest hat bei ihrem großen Test, dem Ersten seit 2006, keine gesundheitsschädlichen Rückstände gefunden, weder auf behandelten Äpfeln noch auf unbehandelten Bio-Äpfeln. Einige Sorten wie Jonagold bilden eine natürliche Wachsschicht, andere Äpfel werden gewachst. Schädlich ist die Wachsschicht in keinem Fall. Gekennzeichnet werden müssen gewachste Äpfel, die in der EU verkauft werden, dennoch - das gilt auch für die lose verpackte Ware aus dem Super- oder vom Wochenmarkt.
Auch für Allergiker
Einige Apfelsorten können bei Allergikern leichte Symptome auslösen, das trifft vor allem bei Haselpollen-, Erlen- oder Birkenpollenallergikern zu. Daran sind bestimmte Eiweißstoffe schuld, die den Pollen ähnlich sind. Aber nicht jede Apfelsorte löst Reaktionen aus. Allergiker sollten daher mehrere Sorten probieren. Gerade alte Sorten, wie "Granny Smith"; "Goldparmäne" oder "Gravensteiner" empfehlen sich. Ihr Polyphenolgehalt ist höher, das verhindert die Aufnahme des auslösenden Proteins. In jedem Fall empfiehlt es sich, den Apfel vor dem Verzehr gründlich mit warmen Wasser abzuspülen und ihn trocken zu reiben. So werden oberflächliche Verschmutzungen entfernt, die wichtigen Inhaltsstoffe direkt unter der Schale allerdings erhalten.
Wo sind all die Sorten hin?
Mehr als 1.000 unterschiedliche Apfelsorten gibt es in der Bundesrepublik, doch im Handel gelangen nur etwa 25 bis 40 Sorten. Bei den angebotenen Sorten handelt es sich zumeist um neuere Züchtungen, sie sind deutlich länger haltbar und können fast bis zur nächsten Apfelernte gelagert werden. Zu den beliebtesten Äpfeln der deutschen Bürger gehören "Boskoop", "Cox Orange", "Gala" und "Golden Delicious".
Ältere und seltenere Apfelsorten wird man im Handel nicht oder nur äußerst selten anfinden. Dafür lohnt sich ein Besuch regionaler Wochen- oder Bauernmärkte. Dort kann man auch gut auf Vorrat einkaufen, gut gelagert können Äpfel bis in das neue Jahr genossen werden.
Die richtige Lagerung
Für eine optimale Lagerung von Äpfeln ist es ratsam, diese nicht mit anderem Obst zu lagern. Sie stoßen das Gas Ethylen aus, das den Reifeprozess anregt. Im Keller oder an anderen kühlen und dunklen Orten lassen sich Äpfel am besten lagern. Ihr Reifeprozess wird damit verlangsamt, sie bleiben länger frisch und knackig.
Im Großhandel werden Äpfel ähnlich gelagert, bei niedrigen Temperaturen und einer hohen Luftfeuchtigkeit kann das Obst im Falle der sogenannten CA-Lagerung für Monate gelagert werden, ohne das ein spürbarer Qualitätsverlust zu verzeichnen ist. Kaum ein anderes Obst lässt sich so hervorragend lagern wie Äpfel.
Autor: Nordlicht